Racecarver und Allmountain-Ski in einem: Schafft das Völkl Deacon?

Ein ganz normaler Skiurlaub

Eines bleibt beim Skifahren immer gleich, nämlich dass immer alles anders ist. Im Laufe einer Skiwoche kann alles mögliche passieren: Während man vielleicht an den ersten Skitagen noch auf äußerst knappen Kunstschnee angewiesen ist, können ein paar Tage später schon wieder kubikmeterweise frischer Pulverschnee gefallen sein. 

Ein Ski für alle Pistenbedingungen?

Bei all diesen Veränderungen kommt sicherlich oft der Wunsch auf, für jede Situation den perfekten Ski parat zu haben: Einen Racecarver, einen Slalomcarver, einen Allmountain-Ski, einen Freerider.... Aber erstens kann sich das kaum einer leisten, und zweitens wäre der Transport ein logistisches Horrorszenario. Da liegt natürlich der Gedanke nahe, auf einen Ski zu setzen, der in allen Situationen gut funktioniert und die positiven Eigenschaften aller anderen in sich vereint.

Natürlich sind auch die meisten Skihersteller schon auf diesen Gedanken gekommen und versuchen, einen solchen Ski zu entwickeln, mal mit größerem, mal mit weniger großem Erfolg. Im letzten Winter etwa hat der bayerische Traditionshersteller Völkl mit der Deacon-Reihe einen neuen Anlauf genommen und sie in diesem Winter nochmal um vier sehr unterschiedliche Modelle erweitert. Wir haben uns die Modelle der Deacon-Serie angeschaut und getestet, was sie können.

UVO 3D, 3D.Glass, XTD Tip&Tail Rocker und mehr

Die UVO 3D-Technologie ist die Weiterentwicklung der bewährten UVO-Technologie und besteht aus einem vertikal und horizontal frei schwingenden Element in der Skispitze. Das Ergebnis ist eine noch effizientere Schwingungsdämpfung, wodurch der Ski in der Steuerphase extrem laufruhig und in der Kurveneinleitung extrem schnell, präzise und direkt wird.

Noch mehr verbessert wird der Kantengriff durch die 3D.Glass-Technologie. Sie besteht, wie der Name schon andeutet, aus einer äußerst raffinierten Anwendung von Fiberglaseinlagen: Im vorderen und hinteren Teil des Skis wird die Fiberglasstruktur vertikal nach oben und über die Seitenwange nach außen geführt. Dadurch wird einerseits der Kantengriff auf Eis verbessert und andererseits die Dynamik beim Kurvenwechsel erhöht. Die einfache Lage Glas unter der Bindung sorgt ihrerseits für Geschmeidigkeit und Radiusvariabilität.

Zu technisch? Andy Schauer, Ausbilder im Team des Deutschen Skilehrer-Verbandes und ehemaliges Mitglied der Skicross-Nationalmannschaft, drückt das ganze folgendermaßen aus: „Der Deacon ist eine richtige Waffe. Laufruhe bei maximalem Grip in sämtlichen Schneebedingungen. Mit dieser Neuentwicklung kann ich Körperlagen fahren, die ansonsten nur mit Rennski möglich sind. Für mich ist der Deacon auf der Piste nicht mehr wegzudenken!"

Fehlt nur noch die Drehfreudigkeit in Sulz und Powder. Dafür sorgt mit dem XTD Tip&Tail Rocker ein Element, das in einem so racetauglichen Ski wie dem Völkl Deacon sicherlich ungewöhnlich ist, aber erstaunlich gut funktioniert. Durch die flach zulaufenden Aufbiegungen an Schaufel und Skiende in Kombination mit der traditionellen Vorspannung unter der Bindung gelingt es Völkl mit dem Deacon, leichten Kurveneinzug und Drehfreude mit Stabilität und Kantengriff in einem Ski zu verbinden.

Zusammengenommen ergeben diese Technologien einen Ski, der abwechslungsreiche Pisten oder die im Laufe eines Skitags oder einer Skiwoche stets wechselnden Pistenverhältnisse erstaunlich gut meistert.

Völkl Deacon-Modelle in der Einzelbetrachtung

Die Allmountain-Race-Ski: Deacon 74, Deacon 76 Deacon 74 Pro und Deacon 76 Pro

Für sportliche und aktive Skifahrer, die nur ein einziges Paar Ski mitnehmen wollen, dabei weder auf Agilität und Variabilität noch auf Stabilität und Sportlichkeit verzichten wollen, sind die Allmountain-Race-Ski der Deacon-Reihe sicherlich eine gute Wahl.

Der Völkl Deacon 74 richtet sich vor allem an Liebhaber von kurzen und mittleren Radien und ist mit seiner Spritzigkeit, Sportlichkeit und Vielseitigkeit ein treuer Begleiter von früh bis spät.

Der Völkl Deacon 76 eignet sich vor allem für in hoher Geschwindigkeit gefahrene lange Schwünge, erlaubt es aber, Fahrweise und Radien beliebig zu variieren und hat jede Menge Spaßpotential.

Die Varianten Völkl Deacon 74 Pro und Völkl Deacon 76 Pro weisen zusätzlich zu dem genannten noch eine 10 mm Worldcup-Bindungsplatte und ein Racefinish der Stahlkanten auf. Damit sind sie sicherlich nicht für den norddeutschen Gelegenheitsfahrer gedacht, aber ein Skilehrer, ein Trainer oder auch ein hochsportlicher Freizeitfahrer könnte da schon schwach werden.

Allmountain-Piste: Völkl Deacon 80 Lowride und Völkl Deacon 84 Lowride

Über 3D Glass und den Tip-Tail-Rocker verfügen auch die brandneuen Allmountain-Modelle Völkl Deacon 80 Lowride und Völkl Deacon 84 Lowride. Auf das UVO verzichtet Völkl zwar bei diesen Modellen, dafür kommen bei ihnen einige ganz neue Technologien zum Einsatz:

Der 3D Radius Sidecut kombiniert einen kurzen Mittelradius mit einem langen Schaufel- und einem ebenfalls langen Heckradius. Der enge Radius in der Mitte begünstigt enge Schwünge bei gemäßigtem Tempo, sorgt für eine extrem leichte Schwungeinleitung und macht den Ski sehr spritzig. Die weiten Radien in Tip und Tail eignen sich ideal für weite Schwünge und hohes Tempo, indem sie für einfaches Steuern und erhöhte Manövrierfähigkeit sorgen, dazu beitragen, Verschneiden zu vermeiden, und Laufruhe garantieren.

Kraftübertragung und Wendigkeit werden noch durch das neue IPT Lowride Bindungssystem verbessert, bei dem entscheidende Funktionen der Bindung technisch aufwändig in den Skikörper hineinverlagert wurden, wodurch sie um ca. 400 g leichter ist und eine um einen Zentimeter geringere Standhöhe als das Vorgängermodell bietet. Dies ermöglicht einen schnelleren, müheloseren Kantenwechsel und sorgt für ein bisher für Ski dieser Breite ungewöhnlich großes Ausmaß an Agilität.

Die von den RTM-Modellen übernommene 3D GlassRidge, ein vor und hinter der Bindung verlaufender, zu den Rändern auslaufender Grat, verbindet geringes Gewicht mit hoher Torsionssteifigkeit, einem perfekten Kantengriff über die gesamte Skilänge und optimaler Kontrolle.

Beide Modelle sind darauf optimiert, einen sportlich bis hochsportlich agierenden Skifahrer unabhängig zu machen vom steten Wechsel der Pistenverhältnisse, denen er im Lauf einer langen Skisaison ausgesetzt ist. Professionellen Skifahrern bietet der neue Titanal Frame des Völkl Deacon 84 deshalb ein Höchstmaß an präziser Kraftübertragung und Dämpfung. Der Glass Frame des Völkl Deacon 80 ermöglicht dagegen einer großen Bandbreite von Skifahrern mühelosen Zugang zu Dynamik, Sportlichkeit und Spritzigkeit.

Schlicht und einfach: Völkl Deacon 79, Völkl Deacon 75, Völkl Deacon XTD

Die bisher beschriebenen Modelle richten sich vor allem an gute bis sehr gute Skifahrer. Doch natürlich gibt es auch für Skifahrer, die zwar ambitioniert, aber noch nicht ganz so erfahren sind oder für Einsteiger vielseitige Deacon-Ski. Zwar sind diese Ski nicht ganz so vollgepackt mit innovativer Technik, aber dafür sind sie leicht im Umgang und vergleichsweise schonend für den Geldbeutel.

Der neue Völkl Deacon 75 komplettiert das Allmountain-Race-Segment um Deacon 74 und Deacon 76. Genau wie die beiden 2018 neu erschienenen Topmodelle ist er spezialisiert auf variables Skifahren bei wechselnden Pistenverhältnissen. Mit seiner durchlaufenden Seitenwange und der vom Deacon 74 abgeleiteten Flex-Charakteristik bietet er auch bei moderater Fahrweise einen mühelosen Zugang zu Fahrdynamik und Lebendigkeit und ist damit vor allem für sportlich ambitionierte Skifahrer mit Luft nach oben die richtige Wahl.

Der Völkl Deacon 79 vervollständigt das Allmountain-Piste-Segment und hat einen besonders breiten Einsatzbereich mit sehr vielseitigem Flex, der sich vergleichsweise kraftschonend fährt, aber dennoch genug Griff bei hartem Untergrund bietet. Er richtet sich vor allem an ambitionierte Freizeit-Fahrer, die Wert auf Vielseitigkeit und einfaches Handling legen.

Abgerundet wird die Deacon-Familie durch das neue Modell Völkl Deacon XTD. Ein neuer Seitenzug, Tip Rocker und Center Sidewall sorgen hier für einfaches Handling und bieten Sicherheit, selbst bei anspruchsvollen Kunstschneeverhältnissen. Skianfänger und Fortgeschrittene finden mit dem neuen Modell die nötige Unterstützung und das Vertrauen für schnelles, angstfreies Lernen.