Allmountain-Ski und Racecarver: Schafft das Völkl Deacon?

Ein ganz normaler Skiurlaub

Eines bleibt beim Skifahren immer gleich, nämlich dass immer alles anders ist. Im Laufe einer Skiwoche kann alles mögliche passieren: Während man vielleicht an den ersten Skitagen noch auf äußerst knappen Kunstschnee angewiesen ist, können ein paar Tage später schon wieder kubikmeterweise frischer Pulverschnee gefallen sein. 

Ein Ski für wirklich alle Pistenbedingungen?

Bei all diesen Veränderungen kommt sicherlich oft der Wunsch auf, für jede Situation den perfekten Ski parat zu haben: Einen Racecarver, einen Slalomcarver, einen Allmountain-Ski, einen Freerider.... Aber erstens kann sich das kaum einer leisten, und zweitens wäre der Transport ein logistisches Horrorszenario. Da liegt natürlich der Gedanke nahe, auf einen Ski zu setzen, der in allen Situationen gut funktioniert und die positiven Eigenschaften aller anderen in sich vereint.

Natürlich sind auch die meisten Skihersteller schon auf diesen Gedanken gekommen und versuchen, einen solchen Ski zu entwickeln, mal mit größerem, mal mit weniger großem Erfolg. Im letzten Winter etwa hat der bayerische Traditionshersteller Völkl mit der Deacon-Reihe einen neuen Anlauf genommen und sie in diesem Winter nochmal um vier sehr unterschiedliche Modelle erweitert. Wir haben uns die Modelle der Deacon-Serie angeschaut und getestet, was sie können.

Der Allmountain-Race-Ski: Völkl Deacon 74

Für sportliche und aktive Skifahrer, die nur ein einziges Paar Ski in den Skiurlaub mitnehmen wollen, dabei aber weder auf Agilität und Variabilität noch auf Stabilität und Sportlichkeit verzichten wollen, sind die Allmountain-Racer der Deacon-Reihe immernoch eine gute Wahl.

Der Völkl Deacon 74 adressiert vor allem an Liebhaber von kurzen und mittleren Radien und ist mit seiner Agilität, Sportlichkeit und Vielseitigkeit ein treuer Begleiter von früh bis spät.

Für Laufruhe und Kantengriff sorgt dabei neben den zwei vollflächig eingesetzten Titanal-Gurten vor allem die 3D.Glass-Technologie. Sie besteht, wie der Name schon sagt, aus einer raffinierten Anwendung von Fiberglaseinlagen: Im vorderen und hinteren Teil des Skis wird die Fiberglasstruktur vertikal nach oben und über die Seitenwange nach außen geführt. Dadurch wird einerseits der Kantengriff auf Eis verbessert und andererseits die Dynamik beim Kurvenwechsel erhöht. Die einfache Lage Glas unter der Bindung sorgt ihrerseits für Geschmeidigkeit und Radiusvariabilität.

Fehlt nur noch die Drehfreudigkeit in Sulz und Powder. Dafür sorgt mit dem XTD Tip&Tail Rocker ein Element, das in einem so racetauglichen Ski wie dem Völkl Deacon sicherlich ungewöhnlich ist, aber erstaunlich gut funktioniert. Durch die flach zulaufenden Aufbiegungen an Schaufel und Skiende in Kombination mit der traditionellen Vorspannung unter der Bindung gelingt es Völkl mit dem Deacon, leichten Kurveneinzug und Drehfreude mit Stabilität und Kantengriff in einem Ski zu verbinden.

All das macht den Deacon 74 zum Volltreffer für Freunde eines sportlichen und aggressiven Fahrstils, die auf ein gewisses spielerisches Element dennoch nicht verzichten wollen.

Völkl Deacon 72 Master: Meisterst auch du die Piste?

Noch eine Spur aggressiver und agiler ist nur der brandneue Völkl Deacon 72 Master. Verantwortlich dafür sind neben den bewährten Technologien vor allem die modernen Tailored Carbon Tips, der hochwertige, über die gesamte Skilänge verbaute Vollesche-Kern und die schmale 72mm-Mittelbreite.

Eine der neu verbauten Technologien in den Master-Modellen ist das Tailored Fibre Placement (kurz: TFP), das das Dämpfungssystem UVO 3D der Deacon Pro-Modelle ablöst. Bei diesem innovativen Fertigungsverfahren werden für die Master-Modelle Karbonfasern im Schaufelbereich – die Tailored Carbon Tips – so auf das Trägermaterial gestickt, dass die Torsionssteifigkeit zielgerichtet angepasst werden kann. Über die Faserausrichtung und -stärke sowie über den Anordnungswinkel der Einleger können die Fahreigenschaften des Skis entscheidend gesteuert werden: Die Dynamik wird über diese Fasern in die Bereiche des Skis geleitet, wo sie benötigt wird. Das Ergebnis ist eine zuverlässige Schaufel, über die sich der Ski präzise und direkt steuern lässt und bei der die Energie schnell aufgebaut wird. Weitere Vorteile sind ein agiler Einzug, der mit weniger Kraftaufwand verbunden ist, sowie ein noch dynamischerer Fahrspaß.

Ein weiteres Highlight ist der hochwertige Kern aus Vollesche, der über den gesamten Ski verbaut wird, so wie es bisher nur in professionellen Rennskiern für Weltcup-Athleten der Fall war. Durch die elastische Eigenschaft des Hartholzes agiert der Vollesche-Kern wie ein Energiespeicher: Beim Eintritt in eine Kurve dehnen sich die Fasern durch die Biegung des Skis aus. Auf diese Weise wird Energie aufgebaut, gespeichert und dann beim Kurvenausgang zum richtigen Zeitpunkt wieder freigesetzt. Die Kombination aus Tailored Carbon Tips und dem Eschenholzkern erzeugt dabei einen progressiven Energieaufbau. Zuerst sorgen die Tailored Carbon Tips für eine schnelle und präzise Schaufelansprache, dann wird die Energie gleichmäßig und in angenehmer Dosierung von vorne bis unter den Fuß aufgebaut. Weil sich die Fasern des Eschenholzes ausdehnen, passt sich der Ski gleichzeitig dem Untergrund an und kann damit besser über die ganze Länge kontrolliert werden. Das Ergebnis: Uneingeschränkte Dynamik, enorme Stabilität und Zuverlässigkeit sowie eine besonders geschmeidige Fahrweise des Skis.

 Damit sind ist der Deacon 72 Master sicherlich nicht für den norddeutschen Gelegenheitsfahrer gedacht, aber ein Skilehrer, ein Trainer oder auch ein hochsportlicher Freizeitfahrer könnte da schon schwach werden.

Allmountain-Piste: Völkl Deacon 80 Lowride und Völkl Deacon 84 Lowride

Über 3D Glass und den Tip-Tail-Rocker verfügen auch die Allmountain-Modelle Völkl Deacon 80 Lowride und Völkl Deacon 84 Lowride. Zusätzlich kommen einige ganz eigene Technologien zum Einsatz.

Besonders wichtig: Der 3D Radius Sidecut kombiniert einen kurzen Mittelradius mit einem langen Schaufel- und einem ebenfalls langen Heckradius. Der enge Radius in der Mitte begünstigt enge Schwünge bei gemäßigtem Tempo, sorgt für eine extrem leichte Schwungeinleitung und macht den Ski sehr spritzig. Die weiten Radien in Tip und Tail eignen sich ideal für weite Schwünge und hohes Tempo, indem sie für einfaches Steuern und erhöhte Manövrierfähigkeit sorgen, dazu beitragen, Verschneiden zu vermeiden, und Laufruhe garantieren.

Kraftübertragung und Wendigkeit werden noch durch das neue IPT Lowride Bindungssystem verbessert, bei dem entscheidende Funktionen der Bindung technisch aufwändig in den Skikörper hineinverlagert wurden, wodurch sie um ca. 400 g leichter ist und eine um einen Zentimeter geringere Standhöhe als das Vorgängermodell bietet. Dies ermöglicht einen schnelleren, müheloseren Kantenwechsel und sorgt für ein bisher für Ski dieser Breite ungewöhnlich großes Ausmaß an Agilität.

Die 3DRidge, ein vor und hinter der Bindung verlaufender, zu den Rändern auslaufender Grat, verbindet geringes Gewicht mit hoher Torsionssteifigkeit, einem perfekten Kantengriff über die gesamte Skilänge und optimaler Kontrolle.

Beide Modelle sind darauf optimiert, einen sportlich bis hochsportlich agierenden Skifahrer unabhängig zu machen vom steten Wechsel der Pistenverhältnisse, denen er im Lauf einer langen Skisaison ausgesetzt ist. Professionellen Skifahrern bietet der Titanal Frame des Völkl Deacon 84 deshalb ein Höchstmaß an präziser Kraftübertragung und Dämpfung. Der Glass Frame des Völkl Deacon 80 ermöglicht dagegen einer großen Bandbreite von Skifahrern mühelosen Zugang zu Dynamik, Sportlichkeit und Spritzigkeit.

Völkl Deacon V-Werks Lowride: Fünf-Sterne für sportliche Fahrer

Für diejenigen, denen das immer noch nicht reicht, bringt Völkl in diesem Winter mit dem Völkl Deacon V-Werks Lowride ein neues Premium-Modell auf die Pisten, das mit seiner technologisch hochwertigen Ausstattung noch einmal neue Standards setzt. Im Prinzip handelt es sich bei diesem Ski um die Luxus-Variante des ja ohnehin schon extrem luxuriösen Völkl Deacon 84: Mittelbreite und Radien sind genau die gleichen, allerdings wird beim Deacon V-Werks das Fiberglass durch Carbon ersetzt. Dabei verwendet Völkl das aufwendige Tailored Carbon Verfahren beim Deacon V-Werks nicht nur in der Schaufel, sondern auch im Ski-Ende.

Für den Fahrer hat das mehrere Vorteile: Erstens ist der Völkl Deacon V-Werks mit 1830 Gramm auf 177 Zentimeter (ohne Bindung) nochmal ein ganzes Stück leichter als der Deacon 84. Und zweitens sorgt die differenzierte Abstimmung von Verwindungs- und Biegeeigenschaften dafür, dass dieser Ski sich einerseits mit verlässlicher Kraftübertragung präzise und direkt steuern lässt, und mit seinem agilen Kurveneinzug dynamisches und aggressives Fahren begünstigt, und dass er andererseits leicht beherrschbar und ohne viel Kraftaufwand auch bei schwierigen Bedingungen zurechtkommt. Diese Vielseitigkeit und Variabilität macht den Deacon V-Werks zur richtigen Wahl für sportliche Fahrer, die sich mal richtig was gönnen wollen.