Allmountain-Ski und Racecarver: Schafft das Völkl Deacon?

Ein ganz normaler Skiurlaub

Eines bleibt beim Skifahren immer gleich, nämlich dass immer alles anders ist. Im Laufe einer Skiwoche kann alles mögliche passieren: Während man vielleicht an den ersten Skitagen noch auf äußerst knappen Kunstschnee angewiesen ist, können ein paar Tage später schon wieder kubikmeterweise frischer Pulverschnee gefallen sein. 

Ein Ski für wirklich alle Pistenbedingungen?

Bei all diesen Veränderungen kommt sicherlich oft der Wunsch auf, für jede Situation den perfekten Ski parat zu haben: Einen Racecarver, einen Slalomcarver, einen Allmountain-Ski, einen Freerider.... Aber erstens kann sich das kaum einer leisten, und zweitens wäre der Transport ein logistisches Horrorszenario. Da liegt natürlich der Gedanke nahe, auf einen Ski zu setzen, der in allen Situationen gut funktioniert und die positiven Eigenschaften aller anderen in sich vereint.

Natürlich sind auch die meisten Skihersteller schon auf diesen Gedanken gekommen und versuchen, einen solchen Ski zu entwickeln, mal mit größerem, mal mit weniger großem Erfolg. Im letzten Winter etwa hat der bayerische Traditionshersteller Völkl mit der Deacon-Reihe einen neuen Anlauf genommen und sie in diesem Winter nochmal um vier sehr unterschiedliche Modelle erweitert. Wir haben uns die Modelle der Deacon-Serie angeschaut und getestet, was sie können.

Völkl Deacon V-Werks Lowride: Luxus für sportliche Fahrer

Für diejenigen, denen das immer noch nicht reicht, bringt Völkl in diesem Winter mit dem Völkl Deacon V-Werks Lowride ein neues Premium-Modell auf die Pisten, das mit seiner technologisch hochwertigen Ausstattung noch einmal neue Standards setzt. Im Prinzip handelt es sich bei diesem Ski um die Luxus-Variante des ja ohnehin schon extrem luxuriösen Völkl Deacon 84: Mittelbreite und Radien sind genau die gleichen, allerdings wird beim Deacon V-Werks das Fiberglass durch Carbon ersetzt. Dabei verbaut Völkl das Carbon nicht, wie es sonst üblich ist, als einheitliches Vlies, sondern integriert es per Stickverfahren so, dass die Faserausrichtung und -stärke den funktionellen Anforderungen an der jeweiligen Stelle des Skis gerecht wird. Da die Fahreigenschaften eines Ski vor allem durch das Verhalten von Tip und Tail beeinflusst wird, werden die Carbon-Fasern vor allem im vorderen und hinteren Drittel der Ski konzentriert.

Für den Fahrer hat das mehrere Vorteile: Erstens ist der Völkl Deacon V-Werks mit 1830 Gramm auf 177 Zentimeter (ohne Bindung)  nochmal ein ganzes Stück leichter als der Deacon 84. Und zweitens sorgt die differenzierte Abstimmung von Verwindungs- und Biegeeigenschaften dafür, dass dieser Ski sich einerseits mit verlässlicher Kraftübertragung präzise und direkt steuern lässt,und mit seinem agilen Kurveneinzug dynamisches und aggressives Fahren begünstigt, und dass er andererseits leicht beherrschbar und ohne viel Kraftaufwand auch bei schwierigen Bedingungen zurechtkommt. Diese Vielseitigkeit und Vaiabilität macht den Deacon V-Werks zur richtigen Wahl für sportliche Fahrer, die sich mal richtig was gönnen wollen.

Die Allmountain-Race-Ski: Deacon 74 und Deacon 74 Pro 

Für sportliche und aktive Skifahrer, die nur ein einziges Paar Ski mitnehmen wollen, dabei weder auf Agilität und Variabilität noch auf Stabilität und Sportlichkeit verzichten wollen, sind die Allmountain-Race-Ski der Deacon-Reihe sicherlich eine gute Wahl. Der Völkl Deacon 74 richtet sich vor allem an Liebhaber von kurzen und mittleren Radien und ist mit seiner Spritzigkeit, Sportlichkeit und Vielseitigkeit ein treuer Begleiter von früh bis spät. Der Völkl Deacon 74 Pro weist zusätzlich noch eine 10 mm Worldcup-Bindungsplatte und ein Racefinish der Stahlkanten auf. Damit ist er sicherlich nicht für den norddeutschen Gelegenheitsfahrer gedacht, aber ein Skilehrer, ein Trainer oder auch ein hochsportlicher Freizeitfahrer könnte da schon schwach werden.

Allmountain-Piste: Völkl Deacon 80 und Völkl Deacon 84

Über 3D Glass und den Tip-Tail-Rocker verfügen auch die brandneuen Allmountain-Modelle Völkl Deacon 80 und Völkl Deacon 84. Auf das UVO verzichtet Völkl zwar bei diesen Modellen, dafür kommen bei ihnen einige ganz neue Technologien zum Einsatz:

Der 3D Radius Sidecut kombiniert einen kurzen Mittelradius mit einem langen Schaufel- und einem ebenfalls langen Heckradius. Der enge Radius in der Mitte begünstigt enge Schwünge bei gemäßigtem Tempo, sorgt für eine extrem leichte Schwungeinleitung und macht den Ski sehr spritzig. Die weiten Radien in Tip und Tail eignen sich ideal für weite Schwünge und hohes Tempo, indem sie für einfaches Steuern und erhöhte Manövrierfähigkeit sorgen, dazu beitragen, Verschneiden zu vermeiden, und Laufruhe garantieren.

Kraftübertragung und Wendigkeit werden noch durch das neue IPT Lowride Bindungssystem verbessert, bei dem entscheidende Funktionen der Bindung technisch aufwändig in den Skikörper hineinverlagert wurden, wodurch sie um ca. 400 g leichter ist und eine um einen Zentimeter geringere Standhöhe als das Vorgängermodell bietet. Dies ermöglicht einen schnelleren, müheloseren Kantenwechsel und sorgt für ein bisher für Ski dieser Breite ungewöhnlich großes Ausmaß an Agilität.

Die von den RTM-Modellen übernommene 3D GlassRidge, ein vor und hinter der Bindung verlaufender, zu den Rändern auslaufender Grat, verbindet geringes Gewicht mit hoher Torsionssteifigkeit, einem perfekten Kantengriff über die gesamte Skilänge und optimaler Kontrolle.

Beide Modelle sind darauf optimiert, einen sportlich bis hochsportlich agierenden Skifahrer unabhängig zu machen vom steten Wechsel der Pistenverhältnisse, denen er im Lauf einer langen Skisaison ausgesetzt ist. Professionellen Skifahrern bietet der neue Titanal Frame des Völkl Deacon 84 deshalb ein Höchstmaß an präziser Kraftübertragung und Dämpfung. Der Glass Frame des Völkl Deacon 80 ermöglicht dagegen einer großen Bandbreite von Skifahrern mühelosen Zugang zu Dynamik, Sportlichkeit und Spritzigkeit.