Lange Carvingschwünge, hohe Geschwindigkeiten und ein Ski, der auch bei Tempo ruhig bleibt: genau dafür sind Racecarver gemacht. Für unseren Skitest waren wir am Kaunertaler Gletscher unterwegs und haben die vier Racecarver Head Worldcup Rebels e-Speed, den Völkl Racetiger GS, Atomic Redster G9 Revoshock und Rossignol Hero Elite LT Ti ausführlich getestet.
Alle vier Ski gehören zur sportlichen Oberklasse. Es hat sich aber schnell gezeigt, dass alle ihren eigenen Charakter haben. Während der Head vor allem bei hohen Geschwindigkeiten und unter viel Druck seine Stärke ausspielt, punktet der Völkl mit überraschender Agilität. Der Atomic überzeugt mit starkem Kantengriff, während der Rossignol besonders vielseitig und fehlerverzeihend bleibt.
Für wen lohnt sich ein Racecarver?
Racecarver richten sich an Skifahrer, die überwiegend auf präparierten Pisten unterwegs sind und gerne mittlere bis lange Radien fahren. Die Bezeichnung „Race“ verrät dabei bereits einiges über den Charakter dieser Ski. Racecarver sind auf hohe Geschwindigkeiten ausgelegt und bieten in der Regel viel Laufruhe, Stabilität und Kantengriff. Wenn du morgens auf einer frisch präparierten, harten Piste stehst und möglichst große, tief gezogene Carvingkurven fahren möchtest, spielt ein Racecarver seine Stärken aus.
Dabei solltest du allerdings wissen: Ein Racecarver ist kein Ski für jede Situation. Kurze, schnelle Slalomschwünge gehören nicht unbedingt zu seinen Paradedisziplinen. Dafür gibt es die →Slalomcarver. Wenn du gerne regelmäßig neben der Piste unterwegs bist oder einen Ski für stark wechselnde Schneebedingungen suchst, ist ein →All Mountain Ski wahrscheinlich die bessere Wahl.
Die vier Racecarver im Überblick
| Modell | Besonders geeignet für |
|---|---|
| Head Worldcup Rebels e-Speed | Skifahrer, die maximale Laufruhe und Performance bei hohem Tempo suchen |
| Völkl Racetiger GS | Skifahrer, die einen agilen Racecarver mit guter Kurveneinleitung möchten |
| Atomic Redster G9 Revoshock | Skifahrer, die viel Kantengriff und einen vielseitigen Racecarver suchen |
| Rossignol Hero Elite LT Ti | Skifahrer, die einen sportlichen, aber gutmütigen Racecarver möchten |
Die Einzeltests
Head Worldcup Rebels e-Speed
Der →Head Worldcup Rebels e-Speed hat sich in unserem Vergleich sehr schnell als der Racer unter den Racecarvern herausgestellt. Dieser Ski möchte sauber gefahren werden. Wenn du dich aktiv auf den Ski stellst, Druck auf die Kante bringst und Geschwindigkeit aufnimmst, bekommst du dafür jede Menge Laufruhe und Sicherheit zurück. Gerade bei hohen Geschwindigkeiten spielt der e-Speed seine Stärke aus. Der Ski liegt ruhig auf der Piste und vermittelt auch dann Vertrauen, wenn das Tempo steigt.
Das bedeutet allerdings auch, dass der Head Einsatz vom Fahrer verlangt. Du solltest schon ordentlich Druck auf den Ski bringen können und ein bisschen „Futter in den Oberschenkeln“ haben. Der e-Speed richtet sich also vor allem an sportliche Skifahrer, die gerne richtig Gas geben.
Völkl Racetiger GS
Von maximaler Highspeed-Performance geht es beim →Völkl Racetiger GS in eine agilere Richtung. Ein Grund dafür ist die etwas breitere Schaufel. Sie reagiert bereits auf kleinere Steuerimpulse und unterstützt dadurch die Kurveneinleitung. Der Ski lässt sich etwas leichter kontrollieren und auch aus dem kurzen Schwung heraus bewegen.
Das macht den Völkl besonders interessant für Skifahrer, die zwar überwiegend mittlere und lange Radien fahren, sich aber nicht komplett auf den klassischen langen GS-Schwung festlegen möchten.
Atomic Redster G9 Revoshock

Was beim →Atomic Redster G9 Revoshock besonders auffiel, war der starke Kantengriff. Wenn du den Ski auf die Kante stellst und Druck aufbaust, vermittelt der Redster G9 viel Grip und ein sehr direktes Gefühl zur Piste. Seine eigentliche Heimat liegt natürlich im langen Schwung. Trotzdem lässt sich der Atomic auch in kürzere Radien mitnehmen. Selbst der klassische „alte“ Wedelschwung funktioniert mit dem G9 erstaunlich gut.
Wenn du gerne lange Carvingschwünge fährst, einen direkten Ski möchtest und Wert darauf legst, dass die Kante auch bei kräftigem Druck zuverlässig hält, solltest du dir den Redster G9 Revoshock genauer anschauen. Und auch wenn du mit modernem Carving nicht ganz so viel anfangen kannst und lieber noch mit der klassischen Technik unterwegs bist, ist der Atomic eine spannende Option.
Rossignol Hero Elite LT Ti
Auch beim →Rossignol Hero Elite LT Ti zeigt sich eine Eigenschaft, die wir bei anderen Modellen der Marke in unseren Tests beobachten konnten: Rossignol versteht es sehr gut, sportliche Ski zu bauen, die trotzdem nicht unnötig kompromisslos sind. Er bietet eine überzeugende sportliche Performance, bleibt dabei aber vergleichsweise gutmütig. Besonders interessant wird das am Nachmittag. Wenn die Piste nicht mehr frisch präpariert ist, sich erste Unebenheiten gebildet haben und der Schnee weicher wird, funktioniert der Rossignol weiterhin erstaunlich gut. Genau das macht ihn zu einem interessanten Racecarver für Skifahrer, die zwar sportlich fahren möchten, aber nicht den ganzen Tag maximale Kraft und Konzentration investieren wollen.
Fazit
Alle vier Racecarver erfüllen das, was man von einem Racecarver erwartet: Stabilität, Kantegriff und Sicherheit bei höheren Geschwindigkeiten. Die Unterschiede zeigen sich erst im Detail. Der Head fühlt sich mit zunehmendem Tempo am wohlsten. Der Völkl reagiert am schnellsten. Der Atomic überzeugt durch seinen Kantengriff. Der Rossignol bleibt auch unter wechselnden Bedingungen angenehm fahrbar. Deshalb gibt es keinen allgemeinen Testsieger. Die Wahl hängt davon ab, welches Fahrgefühl du suchst.
Häufige Fragen zu Racecarvern
Für wen ist ein Racecarver geeignet?
Für fortgeschrittene bis sehr gute Skifahrer, die ausschließlich oder überwiegend auf der Piste unterwegs sind und gerne schnelle, lange und sportliche Carvingschwünge fahren.
Was ist der Unterschied zwischen einem Racecarver und einem Sportcarver?
Ein Racecarver ist stärker auf lange, schnelle Radien und hohe Geschwindigkeiten spezialisiert. Ein Sportcarver ist dagegen meist vielseitiger und lässt sich einfacher zwischen kurzen, mittleren und langen Schwüngen bewegen.
Sind Racecarver für kurze Schwünge geeignet?
Grundsätzlich kannst du mit einem Racecarver auch kurze Schwünge fahren. Seine eigentliche Stärke liegt aber bei mittleren und langen Radien. Wenn du überwiegend kurze und dynamische Schwünge bevorzugst, ist ein Slalomcarver wahrscheinlich die passendere Wahl.
Welcher Racecarver ist am laufruhigsten?
In unserem Test war der Head Worldcup Rebels e-Speed der laufruhigste Racecarver. Besonders bei hohen Geschwindigkeiten vermittelt er viel Stabilität und Sicherheit.
Welcher Racecarver ist am agilsten?
Der Völkl Racetiger GS war in unserem Vergleich der agilste Racecarver. Seine etwas breitere Schaufel unterstützt die Kurveneinleitung und macht den Ski vergleichsweise wendig.
Welcher Racecarver hat den besten Kantengriff?
Der Atomic Redster G9 Revoshock hat uns in unserem Test besonders mit seinem starken Kantengriff überzeugt.
Welcher Racecarver ist am vielseitigsten?
Der Rossignol Hero Elite LT Ti war in unserem Vergleich der vielseitigste Racecarver. Er bleibt auch bei zerfahreneren und weicheren Pistenbedingungen gut beherrschbar.
Kann man mit einem Racecarver auch am Nachmittag fahren?
Ja. Allerdings unterscheiden sich die Modelle deutlich. Während sehr sportliche Racecarver bei weicherem oder zerfahrenem Schnee anstrengender werden können, zeigen sich Modelle wie der Rossignol Hero Elite LT Ti auch am Nachmittag vergleichsweise unkompliziert.

Getestet von Kai
Geschäftsführer von SNOW-HOW, Skilehrer und seit über 20 Jahren aktiv im Skitest – vom Hobbyfahrer bis zum Renngerät hat er praktisch jedes Segment selbst gefahren.