Socken stricken mal anders: Zu Besuch bei CEP

Um die Frage zu klären, wie Ski-Socken mit Kompressionseffekt entstehen, war unser Chef Dirk Iserlohe bei CEP in Bayreuth. Hier ist sein Bericht:

Woran denkst du, wenn du den Namen Bayreuth hörst? Vielleicht an die berühmten Bayreuther Biere wie das Aktien Zwick`l, das Bayreuther Hell oder Maisel`s Weisse? An das gesegnete Klima und die Outdoor-Möglichkeiten im nahegelegenen Fichtelgebirge und der Fränkischen Schweiz? Oder, wenn du noch zu der eher bildungsbürgerlichen Fraktion gehörst, an die berühmten Wagner-Festspiele?
Wir aus der Sportbranche haben naturgemäß einen etwas anderen Blick auf die Dinge und daher kommt uns bei der Stadt Bayreuth etwas anderes in den Sinn. Dass die Franken fantastisches Bier brauen können, ist weltweit bekannt. Dass sie auch sehr gut darin sind, Socken zu stricken, wissen nur die wenigsten.

CEP in Bayreuth: Socken mit Kompression

Socken? Richtig gelesen, es geht um Socken. Genauer gesagt um ein Unternehmen, das den Markt für Sportsocken (und auch für Sportunterwäsche) in den letzten zehn Jahren ganz schön aufgemischt hat. Nämlich um die Firma CEP, die das aus dem medizinischen Bereich bekannte Prinzip der Kompression in Thrombose-Socken auf den Sportbereich übertragen hat und damit in kürzester Zeit eine ganze Reihe von Sportlern, ob aus dem Profi- oder Amateurbereich, dazu gebracht hat, nicht mehr auf die regenerations- und durchblutungsfördernde Wirkung ihrer Produkte verzichten zu wollen.
Zwar werden Tradition und Brauchtumspflege in Franken bekanntermaßen groß geschrieben, aber es ist wohl kaum zu erwarten, dass die Socken von CEP dadurch entstehen, dass ein paar fränkische Bäuerinnen tagein, tagaus am Küchentisch hocken und stricken.

Wie entstehen die CEP-Socken?

Um das herauszufinden, habe ich mich aufgemacht, um mir mal anzuschauen, wo diese Socken hergestellt werden.
In der passend benannten Medicus-Straße in einem Bayreuther Gewerbegebiet angekommen, sehe ich gleich, dass hier eher auf moderne Technik gesetzt wird als auf Tradition. Und groß ist es, schließlich ist hier nicht nur die Firma CEP selbst untergebracht, sondern auch das Mutterunternehmen Medi, bei dem insgesamt 2200 Mitarbeiter beschäftigt sind und das seit 1951 Vorreiter im Bereich der medizinischen Kompression ist.

Viel Entwicklung, ein Ziel: Das bessere Sporterlebnis für jedermann

Mein Guide durch das Unternehmen ist Jochen Seitz, der schon vor 23 Jahren als Schüleraushilfe bei Medi gejobbt hat und seit 2007 Produktmanager bei CEP ist. Zuerst führt er mich in den Bereich, in dem wohl auch vor zehn Jahren die Idee entstanden ist, Kompression auch für Sportler nutzbar zu machen: in die Büros.
Äußerlich sind Büros ja eher langweilig, doch dafür ist es umso spannender, was hier passiert. Von hier aus steuert Jochen Seitz die Design- und Entwicklungsteams, trifft sich mit Vertretern von Universitäten für gemeinsame Forschungsprojekte und mit Athleten für Feedback zu den Produkten und kommuniziert mit Distributoren in der ganzen Welt. Und das alles nur mit einem Ziel: Produkte herzustellen, die den höchsten Ansprüchen mehr als genügen. Das war schon 2007 so, als CEP erstmals einen Lauf- und einen Skisocken auf den Markt brachte, und Timo Brachts in CEP-Kniestrümpfen errungener Streckenrekord beim Frankfurter Ironman der Marke auch beim Publikum zum Durchbruch verhalf.
Seitdem sind zig Produkte hinzugekommen, und in jedem einzelnen steckt eine Menge Entwicklungsarbeit. Am Anfang bestand das Ziel darin, einen Socken zu schaffen, der nachweislich die Leistungsfähigkeit steigert, die Durchblutung fördert, die Regeneration verbessert und die Fußgelenke stabilisiert.
Im Laufe der Zeit hat sich das Portfolio erweitert und damit wuchsen auch die Herausforderungen. Jedes Produkt muss genau auf das entsprechende Einsatzgebiet abgestimmt sein. Die Polsterung muss an der richtigen Stelle sitzen, je nach Ziel muss der Druck anders verteilt sein, der Materialmix muss zur Temperatur passen, und möglichst robust und haltbar sollen die Socken auch sein.

Was muss eine Skisocke leisten?

Um nur mal das Beispiel Skisocken zu nehmen: Hier bestand die Herausforderung darin, ein gepolstertes Fußteil, das wie bei einem Skistrumpf funktioniert mit dem Druckprofil eines medizinischen Strumpfes zu kombinieren. Und damit die Verbesserung der Durchblutung tatsächlich funktioniert, also der Einstrom des Blutes durch die Arterien und der Rücktransport durch die Venen stimuliert wird, muss etwa die Kompression im Fußbereich ganz anders ausgeprägt sein als in der Wade.

Modernste Produktionstechnik für beste Qualität

Bis man da die richtige Mischung zusammen hat, braucht es eine Menge Tüftelei. Was es bedeutet, wenn die Entwicklungen die Büros verlassen und in die echte Welt überführt werden, sehe ich, als Jochen Seitz mich in die riesige Produktionshalle führt. Hier werden neben den CEP-Produkten auch täglich tausende der insgesamt 200.000 Produktvariationen hergestellt, die medi für Patienten auf der ganzen Welt herstellt.
Besondere Blickfänger sind die großen Strickmaschinen-Batterien, die unaufhörlich Garn zu Socken und anderen Produkten verarbeiten. Damals, als es mit CEP angefangen hat, hat es allein neun Monate gedauert, diese Maschinen so zu justieren, dass sie alle Anforderungen erfüllten. Und mit jedem neuen Produkt kommen neue Herausforderungen auf die Hersteller zu.

Bestandteile einer Skisocke

So sind, erklärt mir Jochen Seitz, etwa in jedem Strumpf ca. zehn Kilometer Garn verarbeitet. Basis des Kompressionsanteils ist Polyamid mit einem austarierten Elasthan-Anteil. Dieses Grundmaterial macht die Textilien leicht, hoch atmungsaktiv und schnell trocknend. Für Haltbarkeit und dafür, dass an jeder Körperpartie genau der richtige Druck ausgeübt wird, sorgt dann schließlich der in feinsten Strickprozessen eingearbeitete ummantelte Schussfaden.

Besondere Materialen je nach Einsatzzweck der Skisocke

Je nachdem, was genau erreicht werden soll, werden noch weitere Materialien verarbeitet. So wird etwa in den CEP Ski Merino Socks ein Anteil Merino-Wolle zugegeben, um so Fußklima und Tragekomfort noch perfekter zu gestalten. Bei den CEP Ski Thermo Socks hingegen wird dickeres Kompressionsgestrick verwendet, um für warme Füße unter allen Bedingungen zu sorgen. Und die CEP Ski Ultralight Socks schließlich sind durch die Verwendung von extraleichtem Material darauf ausgelegt, ambitionierten Wintersportlern ein besonders präzises Skigefühl zu ermöglichen.

Skisocken im Test

Fast genauso wichtig wie die Büros und die Produktion ist die Testabteilung. Hier wird jedes Produkt in insgesamt 27 Testverfahren auf Herz und Nieren getestet, bevor es in Serie geht. Hier schleudern die Waschmaschinen im Dauerbetrieb, hier werden Stoffe auf Reibungsfestigkeit getestet, hier werden Socken gestreckt bis zum Abwinken. Den wichtigsten Test aber, und damit wären wir wieder in den Büros angekommen, sind die Praxistests durch die Athleten, die mit CEP zusammenarbeiten.
Jochen Seitz hat noch einen Termin mit Spielern vom Basketball-Team Medi Bayreuth, um sich ihre Meinung zu den neuesten Produkten anzuhören.

Ich habe eine Menge gesehen und beschließe, mir Bayreuths Altstadt noch ein schönes Aktien Zwickl zu gönnen.

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